Handlungsfeld

Internationale Verständigung

»Miteinander, nicht übereinander reden«: Seit nunmehr 60 Jahren engagiert sich die Körber-Stiftung für internationale Verständigung und einen Dialog über politische, nationale und religiöse Grenzen hinweg. Als Stiftung wollen wir dabei helfen, Sprachlosigkeit zu überwinden, Brücken zu bauen und Debatten anzustoßen.

 

Mit unseren Projekten richten wir uns an gesellschaftliche Vordenkerinnen und Vordenker, (außen-)politische Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Multiplikatoren internationaler Verständigung. Ein besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Stärkung der Dialogfähigkeit bei Kompetenzträgerinnen und -trägern der nächsten Generation.

 

Wir machen historische Prägungen aktueller Konflikte sichtbar und zeigen Perspektiven für ihre Überwindung auf. Wir nehmen unterschiedliche Identitäten in den Blick und fördern eine Kultur gegenseitiger Anerkennung. Und wir loten politische Handlungsspielräume aus und zeigen praxisorientierte Wege zur Zusammenarbeit auf. Als Körber-Stiftung tragen wir auf diese Weise dazu bei, gemeinsame Werte und Interessen zu identifizieren und Vertrauen aufzubauen.

 

Das Handlungsfeld »Internationale Verständigung« wird organisatorisch gebildet aus unseren Bereichen »Geschichte und Politik« und »Internationale Politik«.  

Fokusthema

Der Wert Europas

Veranstaltung in Berlin: »Der Wert Europas. 30 Jahre nach dem Mauerfall«
Veranstaltung in Berlin: »Der Wert Europas. 30 Jahre nach dem Mauerfall«

Mit unserem Fokusthema »Der Wert Europas« leisten wir einen Beitrag zur Debatte über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des europäischen Projekts. Unsere Dialogarbeit soll jene Akteurinnen und Akteure in Politik und Gesellschaft stärken, die sich für eine gemeinsame Vision des europäischen Projekts einsetzen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie eine neue Spaltung entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs vermieden werden kann. 

Der 170. Bergdorfer Gesprächskreis in Budapest (Foto: Körber-Stiftung/Barnabás Szabó)
Der 170. Bergdorfer Gesprächskreis in Budapest (Foto: Körber-Stiftung/Barnabás Szabó)

»Der Wert Europas« war im Jahr 2019 immer wieder Gegenstand von Diskussionen und Debatten und markierte den roten Faden im Handlungsfeld »Internationale Verständigung«. Beim 170. Bergedorfer Gesprächskreis unter dem Titel »Eine gespaltene Union? Kompromissfindung nach einem Jahrzehnt der Krisen« markierte die Formulierung »Wir Osteuropäer« von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff provokant die auch heute noch anhaltende Trennlinie zwischen Ost und West in Europa. Diese Trennlinien spiegeln sich auch in einer von uns in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage wider, in der wir Bundesbürgerinnen und Bundesbürger nach ihren Einstellungen zu den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedern befragten. Das Ergebnis: Auch 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist den Deutschen der Osten Europas noch immer fremd.

Der Senat würdigt das 60-jährige Bestehen der Körber-Stiftung mit einem Senatsempfang und 500 geladenen Gästen
Der Senat würdigt das 60-jährige Bestehen der Körber-Stiftung mit einem Senatsempfang und 500 geladenen Gästen

»Wir befinden uns in unsicheren Zeiten.« Mit diesen Worten begann Sir Christopher Clark seine Rede zum Wert Europas anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Körber-Stiftung im Hamburger Rathaus. Europa, so Clark, stehe vor der Aufgabe, die Zukunft neu zu gestalten.

Gemeinsame Kampagne zur Europawahl mit Debating Europe
Gemeinsame Kampagne zur Europawahl mit Debating Europe

Doch wie kann eine europäische Zukunft aussehen? »Welches Europa wollen wir?« Geleitet von dieser Frage, diskutierte der Schriftsteller Navid Kermani im KörberForum über Gegenwart und Zukunft Europas vor den Europawahlen.

 

Um den Wert Europas vor allem jüngeren Wählerinnen und Wählern nahezubringen und diese zur Teilnahme an den Europawahlen zu ermutigen, initiierten wir eine Kampagne auf YouTube sowie mehrere Online-Debatten in Zusammenarbeit mit dem Portal Debating Europe. Mit unseren Diskussionen über europäische Werte, die EU-Osterweiterung und die Zukunft Europas erreichten wir über 100.000 größtenteils junge Menschen aus allen Mitgliedsstaaten der EU.