Handlungsfeld

Lebendige Bürgergesellschaft

Unsere Gesellschaft steht vor der Herausforderung, die Demokratie zu stärken, für einen besseren sozialen Zusammenhalt zu sorgen und den demografischen Wandel zu gestalten. Als Körber-Stiftung setzen wir deshalb auf Dialog, Teilhabe und Engagement in einer lebendigen Bürgergesellschaft. 

 

Mit unseren Programmen, Netzwerken und Veranstaltungen unterstützen wir Menschen dabei, sich über die Zukunft des Zusammenlebens zu verständigen, die alternde Gesellschaft mitzugestalten und der Demokratie Impulse zu geben. Die kommunale Nachbarschaft ist für uns der zentrale Ort für die Teilhabe: Lokal können ein gutes Miteinander und generationenübergreifendes Zusammenleben gestaltet werden. Deshalb betreiben wir nicht nur in Hamburg-Bergedorf ein eigenes Stadtteil- und Begegnungszentrum, sondern initiieren auch in anderen Orten Netzwerke für Engagement.

 

Zu Themen wie Integration und Vielfalt, gutes Altern oder Stärkung der Demokratie bringen wir Entscheiderinnen und Entscheider, gesellschaftliche Vordenkerinnen und Vordenker und zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen. Gleichzeitig führen wir zu den gesellschaftlichen Zukunftsthemen öffentliche Debatten, denn eine lebendige Bürgergesellschaft braucht die Beteiligung aller.

 

Das Handlungsfeld »Lebendige Bürgergesellschaft» wird organisatorisch gebildet aus unseren Bereichen »Alter und Demografie« und »Demokratie, Engagement, Zusammenhalt«.

Fokusthema

Neues Leben im Exil

Veranstaltung im Hamburger KörberForum: »Exilland Deutschland: Herausforderungen in Wissenschaft, Kultur und Journalismus«
Veranstaltung im Hamburger KörberForum: »Exilland Deutschland: Herausforderungen in Wissenschaft, Kultur und Journalismus«

Mit dem Fokusthema »Neues Leben im Exil« engagieren wir uns für Menschen, die in Deutschland im Exil leben und hier ihre Erfahrungen von Krieg und Flucht, vom Verlust der Heimat und vom Ankommen in einer fremden Kultur reflektieren. Wir möchten die journalistischen, künstlerischen, politischen und wissenschaftlichen Aktivitäten der Exilierten sichtbar machen, ihnen eine Stimme geben und den gesellschaftlichen Dialog ermöglichen. Dabei wird auch die Brücke zum Exil in der Vergangenheit geschlagen, um die historische Verantwortung Deutschlands bewusst zu machen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. 

»Wer innerlich frei ist, ist der natürliche Feind jedes diktatorischen Regimes«, sagt Liao Yiwu in seiner Rede (Foto: Jann Wilken)
»Wer innerlich frei ist, ist der natürliche Feind jedes diktatorischen Regimes«, sagt Liao Yiwu in seiner Rede (Foto: Jann Wilken)

Im Mai führten wir als Kooperationsprojekt die Konferenz »Exilland Deutschland: Herausforderungen in Wissenschaft, Kultur und Journalismus« durch. Im Zentrum stand die Frage, wie Exilierte ihre Arbeit fortsetzen können und welche Unterstützung sie dafür brauchen. In Podien diskutierten unter anderem der syrische Künstler Khaled Barakeh, der Wissenschaftler Hakan Mertcan von den türkischen Academics of Peace und der Journalist Emin Milli des aserbaidschanischen Fernsehsenders Meydan TV. Der chinesische Schriftsteller und Musiker Liao Yiwu hielt im Rahmen der Tagung die dritte Hamburger »Rede zum Exil« im KörberForum.

 

Die Ausstellung »Hier fühle ich mich zu Hause« begleitete auch im Jahr 2019 unser Fokusthema und sensibilisierte eine breite Öffentlichkeit für das Thema Flucht und Exil. Von April 2019 bis Anfang 2020 waren die Porträts von in Hamburg im Exil lebenden Journalistinnen und Journalisten, Musikerinnen und Musikern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder Menschenrechtsaktivistinnen und –aktivisten in der Hamburger Landesvertretung in Berlin zu sehen. Die Ausstellung erreichte bis Ende 2019 über 5.000 Besucherinnen und Besucher.

Die Ausstellung »Flucht ins Ungewisse« zeichnet die Lebenswege Exilierter nach, die zwischen 1933 und 1939 aus der Hansestadt fliehen mussten
Die Ausstellung »Flucht ins Ungewisse« zeichnet die Lebenswege Exilierter nach, die zwischen 1933 und 1939 aus der Hansestadt fliehen mussten

Eine weitere Ausstellung, »Flucht ins Ungewisse – Hamburger Persönlichkeiten im Exil«, entstand als Kooperationsprojekt anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung. Sie porträtiert 22 Politikerinnen und Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kulturschaffende, die während des Nationalsozialismus ins Exil fliehen mussten. Alle Porträts waren zunächst im KörberForum, ab November 2019 sodann in der Hamburger Rathausdiele ausgestellt.